16. Mai 2014 | geschrieben von Achim Hepp | 7 Kommentare

Swarm von Foursquare: Ein erster Test

swarm_blocklogo_allesfoursquarePünktlich ist Swarm gelandet, die neue – zweite – App von Foursquare. Eigentlich ist es ja bereits die dritte App, denn es gibt ja noch Foursquare for Business. Ich habe nun knapp einen Tag mit Swarm rumgespielt und möchte hier eine kleine Übersicht geben wie Swarm aussieht und bedient wird.

Vorneweg, es sind Bugs in der App. Das ist blöd, aber so ist es leider – da ist auch Foursquare keine Ausnahme. Auf Twitter haben sich auch schon verschiedene Nutzer beschwert und ich rechne daher auch mit einem zeitnahen Update für Swarm. Das Team von Foursquare hat auch während der Veröffentlichung auf diverse Fragen reagiert. Kudos, so soll Support aussehen.

Die API ist, wie bereits von uns berichtet, weiterhin ohne signifikante Änderung geblieben. Connected Apps, z.B. JetLovers und Untappd, funktionieren weiterhin und können nun auch Daten in den Check-in bei Swarm schreiben. Das wurde über Twitter von Foursquare bestätigt und auch von mir und anderen Nutzern bereits getestet.

Erste Schritte

Frisch installiert präsentiert sich Swarm in orangenen Farben und mit verschiedenen Erklärungstexten. Ich musste mich nicht separat anmelden, es reichte wohl das ich bereits in Foursquare angemeldet war auf meinem iPhone.

   swarm-a01-280  swarm-a02-280

Die wichtigste Funktion wird direkt mit einer Animation erklärt. Das Teilen der Umgebung wird mit einem streichen über das Profilbild – in der oberen Menüleiste – aktiviert bzw. deaktiviert. Das geht einfach und schnell.

   swarm-a03-280  swarm-a04-280

Der Startscreen und seine Funktionen

Die größte Änderung ist erst einmal die Platzierung des Check-in-Buttons oben rechts. Ganz alte Foursquare-Veteranen erinnern sich aber noch an diese Platzierung in alten Foursquare-Versionen. Danach kommt die nächste Änderung zum tragen. Der Aufenthaltsort wird nur noch grob angegeben und dafür gibt es nun verschiedene Abschnitte auf dem Startscreen. Es fängt bei Genau hier (150 meter) an und endet bei Ganz weit weg. Da ich in Granz – wo ich mich während des Tests befand – keinerlei Foursquare-Freunde habe, so tauchen meine Freunde erst alle ganz unten auf.

   swarm-b01-280  swarm-b02-280

Über die Leiste am unteren Rand sind die vier verschiedenen Screens zu erreichen. Der Startscreen [Screenshot oben links], die Timeline [oben rechts], Pläne in der Nähe [unten links] und Meldungen [unten rechts]. In der Timeline sind nun auch alle Check-ins verzeichnet, nicht mehr nur der letzte einer Person. Im Prinzip eine schöne und nützliche Information, außer der Freundeskreis besteht aus Vieleincheckern. Dann kann es unübersichlich werden.

   swarm-b03-280  swarm-b04-280

Pläne in der Nähe soll ermuntern sich mit Freunden zu treffen. Man gibt einfach einen Vorschlag ein, z.B. „Bierchen trinken?“, und Freunde in der Nähe können dann darauf reagieren und sich mit einem treffen. Diese Funktion ist neu und wird aktiv als neues Merkmal von Foursquare beworben. Ich bin gespannt, ob es wirklich genutzt wird und auch besonders WIE es dann genutzt wird. Da es keine Vorgaben gibt ist es auch eine Menge Unsinn möglich. Die neue Funktion „Pläne in der Nähe“ werden wir uns nach einem ausgiebigen Test noch einmal separat annehmen.

Bei Meldungen hat sich nicht viel bzw. gar nix geändert, sie sind wie ehemals in der Foursquare-App. Ist eine Benachrichtigung eingetroffen, so wird dieses mit einem kleinen Punkt auf der Schaltfläche unten markiert. Bei iOS bekommt das Icon auf dem Homescreen auch den entsprechende roten Kreis mit der Anzahl der neuen Benachrichtigungen.

Komisch finde ich den fehlenden Check-in-Button auf den Seiten Pläne in der Nähe und Meldungen. Da wäre ja durchaus Platz gewesen.

Das Profil und Einstellungen

Das – fast altbekannte – Profil wird mit einem Tip auf das Profilbild in der oberen Leiste aufgerufen. Zu den allgemeinen Information gibt es noch zwei Buttons oben rechts. Damit können Freunde hinzugefügt werden und man erreicht die Einstellungen. Alles erinnert hier noch stark an Foursquare, es sollte sich also jeder relativ schnell zurecht finden.

  swarm-c01-180  swarm-c02-180  swarm-c03-180

Auf der Profilseite kann ebenfalls der Check-in-Verlauf eingesehen werden. In diesem kann nun auch gesucht werden. Die Einstellungen ähneln auf den ersten Blick denen von Foursquare, wir werden diese auch noch einmal separat in einem Vergleich genauer anschaun und diese 1-zu-1 vergleichen.

Neue Freunde kann man über einen Abgleich mit Facebook, Twitter oder den Telefonkontakten finden. Alternativ auch über die Suche nach einem Namen, dafür ist die Lupe oben rechts gut.

Der Check-in an sich

Über den Check-in-Button oben rechts checkt man ein. Aber nicht wie früher – bei Foursquare – indem ein Ort aus einer Liste ausgewählt wird. Swarm will einem diese Hürde abnehmen und schlägt direkt einen Ort vor. Bei mir was es eine 50:50-Chance das es stimmte, eventuell lernt die App auch noch dazu.

  swarm-d01-180  swarm-d02-180  swarm-d03-180

Sollte der Ort nicht stimmen, so tippt man auf „Standort ändern“ und bekommt die gewohnte Liste der nächstgelegenen Orte angezeigt. Hier kann man auch nach einem Ort suchen, so wie man es von Foursquare gewohnt ist.

  swarm-d04-180  swarm-d05-180  swarm-d06-180

Ist der Ort korrekt bzw. ausgewählt, so kann man einchecken. Wie gewohnt mit einem Textfeld, dort kann man sich frei auslassen. Zusätzlich gibt es nun die Sticker zur Auswahl. Diese finden sich in einer Reihe oben über dem Textfeld. Einfach den gewünschten Sticker antippen und er wird danach an das Profilbild beim Check-in angepappt. Ebenfalls links neben den Sticker ist die Schaltfläche für ein Foto angebracht. Es ist also weiterhin auch – wie gewohnt – möglich ein Foto an den Check-in anzuhängen.

Nach dem Check-in gibt es oben noch zwei Schaltflächen für Facebook und Twitter. So kann mder Check-in manuel danach in die sozialen Netzwerke geteilt werden. Wenn es sich um einen neuen Ort handelt, so poppt im unteren Bereich noch ein blauer Balken auf. Von dort kann man zu Foursquare wechseln und sich dort den Ort angucken, die Tipps lesen und die Fotos betrachten.

Der Startscreen (noch einmal)

Gucken wir uns noch einmal den Startscreen an. Die wabenförmigen Profilbilder sind mit Stickern versehen, sofern diese beim einchecken ausgewählt wurden. Eine Sprechblase im linken Bereich weisst auf weitere Texte bei einem Check-in hin. Tippt man auf ein Profilbild, so sieht man den letzten Check-in der Person. Dort kann der Check-in geliked werden, und zusätzlich kann die Person angerufen, angetxted oder per Facebook Messenger kontaktiert werden. Dafür müssen natürlich die entsprechenden Daten auch in den jeiweligen Profilen vorhanden sein.

  swarm-e01-180  swarm-e02-180  swarm-e03-180

Wenn der Startscreen etwas runtergezogen wird, dann findet man ein Suchfeld. Dort kann nach einer Person gesucht werden. Die Suchergebnisse werden dynamisch während des tippens aktualisiert.

Eine nette Kleinigkeit ist das gemeinsame einchecken. In diesem Fall wird das Profilbild der zweiten Person über das eigenen gelegt. Dieses sieht man im dritten Screenshot oben rechts in der Mitte.

Der Check-in-Screen

Gucken wir uns nun noch einmal den Check-in-Screen an. Er enthält die bekannten Infos und Statistiken von Foursquare. Ebenso findet sich dort eine Schaltfläche zu Foursquare, die Integration und Verzahnung ist klar erkennbar. Im unten Bereich kann der Check-in kommentiert, aber auch weiterhin mit einem Foto auch noch nachträglich versehen werden. Dieses kann öffentlich und auch privat geschehen. Alles wie gehabt, so kennt man es aus Foursquare.

  swarm-f01-180  swarm-f02-180  swarm-f03-180

Integration in Fourquare

Durch das letzte Update wurde die App von Foursquare auf Swarm vorbereitet. Sie merkt wenn Swarm auf dem gleichen Smartphone installiert ist und ändert sich entsprechend. Auf der linken Seitenleiste findet sich Swarm dann als Schaltfläche wieder. Der Check-in-Button ist derzeit immer noch an alter Stelle, er ruft allerdings die Funktion aus Swarm auf. Man merkt es direkt durch die geänderte Farbe.

   swarm-g01-280  swarm-g02-280

Benachrichtigungen werden – auf iOS – zur Zeit in beiden Apps mit dem entsprechenden roten Kreis und der Anzahl der Benachrichtigungen angezeigt. Das ist überflüssig und wird wohl bei einem der nächsten Updates auch behoben.

Fazit

Swarm ist eine schön gestaltete App, keine Frage. Davon abgesehen fragen sich viele Nutzer ob den eine zweite App überhaupt Sinn macht. Diese Frage macht aber erst Sinn, wenn wir das große nächste Update von Foursquare gesehen haben. Es ist halt eine Übergangsphase zur Zeit. Daher mag ich mir ein finales Fazit meinerseits auch noch aufheben.

Warum nun aber die Badges weg sind, dafür Sticker hinzugekommen sind, ist mir wirklich ein Rätsel. Gerade durch die Sticker ist ja Gamification also weiterhin ein Thema, logisch erscheint mir dieses nicht. Augenscheinlich – anhand der vielen Tweets – mögen viele Nutzer die Badges und auch Firmen konnten diese entsprechend als Werbemittel einsetzen.

Am Ende fühlt sich Swarm schon wie Foursquare an, nur in einem neuen Outfit.

Achim Hepp
Achim gründete zur Jahrtausendwende seine ersten Unternehmen im Bereich Onlinemarketing. 2010 eröffnete er in Dortmund die malihina medien, eine Agentur für digitale Kommunikation. Seit 2015 ist er Chief Digital Officer beim Kölner Startup Erste Digital.

Als Digitalexperte publiziert und spricht Achim weltweit auf Konferenzen und in Medien zu verschiedenen Fachthemen (unter anderem Wearables und Smarthome).

7 Antworten to “Swarm von Foursquare: Ein erster Test”

  1. Burkhard Asmuth 17 Mai 2014 at 11:55 Permalink

    Ich finde es sehr schade, dass nun alle Check-ins angezeigt werden. Irgendwie hatte man bei Foursquare immer das Gefühl seine Freunde mit vielen Check-ins nicht zu nerven,weil eh nur der letzte angezeigt wurde (anders als bei Facebook). Ansonsten bin ich gespannt auf weitere Updates und Funktionen.

    • Achim Hepp 21 Mai 2014 at 11:18 Permalink

      Theoretisch ist der Startscreen ja nun dafür vorgesehen und zeigt ja nur einen Ort (entweder Check-in oder die geteilte Umgebung) an. Und der Stream ist eher zweitranging, jedenfalls vermute ich dieses für die meisten Nutzer.

  2. Sebi 19 Mai 2014 at 08:44 Permalink

    Mich stört es, das GPS dauer an ist. Was natürlich auch auf den Akku geht.

    • Achim Hepp 19 Mai 2014 at 08:47 Permalink

      Aber das ist ja deine eigene Entscheidung. Du kannst „Umgebung-Teilen“ ja per Wisch ausschalten.

  3. Markus Jakobs 24 Juni 2014 at 16:38 Permalink

    möchte wieder mit der alten 4sq.com URL einchecken! ich hasse es wenn Links geklickt werden und der Besucher nix sieht, nur weil er bei Swarm nicht mit mir befreundet ist. Die Teilen-Funktion dient jetzt nur noch zum rekrutieren weiterer Swarm Nutzer, oder? Hat einer ne Idee wie beide Apps auf einem Smartphone voneinander getrennen werden können, oder brauchte ich zwei Geräte? 😛


Leave a Reply