13. August 2013 | geschrieben von Achim Hepp | 4 Kommentare

Interview mit Location-Experte Markus Jakobs zum Thema Foursquare

interview (alles foursquare)Markus Jakobs (auf Twitter als @kehrseite bekannt) ist mir im Netz bereits 2010 aufgefallen. Bei welchem Dienst (speziell im Bereich Location Based Services) auch immer ich mich angemeldet hatte, Markus war bereits dort bzw. ist er kurz drauf auch dort aufgetaucht.

Durch Gowalla und Foursquare sind wir uns dann virtuell öfters über den Weg gelaufen und haben uns auch auf diversen Events in den letzten Jahren immer wieder getroffen. Da er – ähnlich wie ich auch – als Spezialisierung Foursquare und Location gewählt hat, da hat es einfach Sinn gemacht mit ihm einmal über Foursquare zu reden.

Markus, Danke für deine Verfügbarkeit für ein Interview. Wir kennen uns jetzt grob seit ein paar Jahren und laufen uns seit den Tagen von Gowalla öfters mal über den Weg. Ich weiß ja was du so treibst, aber stell dich doch mal unseren Lesern zumindest grob vor.
Ich bin seit 2006 Berater im Bereich neuer Medien und unterstütze Privatpersonen und Unternehmen im professionellen Umgang mit sozialen Netzwerken. Microblogging, Enterprise 2.0 und Location Based Services gehören unter anderem zu meinen Fachgebieten. Deswegen laufen wir uns ja auch öfters mal über den Weg.

Achim Hepp + Markus JakobsMittlerweile haben wir bei standortbasierten Diensten halt Foursquare und dann praktisch lange nichts mehr. Jedenfalls ist das mein Eindruck. Wie siehst du das?
Ich habe in den letzten Jahren eine Menge Standortdienste genutzt. Angefangen mit Brightkite damals, über Gowalla bis halt zu Foursquare. Zusätzlich haben sich in den letzten Jahren viele Bewertungsplattformen in Standortdienste gewandelt, zum Beispiel Yelp und Qype. Dann gibt es jetzt noch SCVNGR. Und auch den deutschen Dienst Dailyplaces nutz ich sogar noch, denn dort ist auch noch eine kleine Community aktiv. Auch viele Fotodienste sind jetzt Standortdienste, nutzen aber dann am Ende doch nur einfach die API von Foursquare. Sonar, Banjo und dem deutschen Dienst Gauss für Personen in Verbindung mit dem Standort sind auch sehr spannend und sogar netzwerkübergreifend. Es gibt also noch einiges, aber der Markt wurde schon etwas bereinigt in den letzten Jahren, was ich aber nicht gut finde.

Seit wann bist du bei Foursquare aktiv und ab wann hast du dich entschieden Foursquare auch deine Kunden anzubieten und bei Projekten einzusetzen?
Ich war unter den ersten 25.000 Nutzern von Foursquare weltweit und hatte meinen ersten Check-in im November 2009. Ich kannte den Dienst aber schon vorher und hatte mich schon auf der Webseite registriert als es noch gar keine App für Android gab. Im Oktober 2009 habe ich dort sogar den Kölner Dom als Ort angelegt. Ich sah direkt viel Potential gesehen und fand es spannend da endlich auch mal der Ort ein wesentlicher Bestandteil von Nachrichten ist. 2010 gab es dann die ersten Aktionen auf der Plattform und seit dem habe ich sie mit in mein Angebot aufgenommen. Damals machte ich Ausflüge um auf Foursquare und anderen LBS-Diensten wichtige Orte (Sehenswürdigkeiten) anzugelegt, 8 Dienste habe ich genutzt weil nicht klar war wer sich in dem Bereich durchsetzten wird. Für meine regionale Bekanntheit haben sich die Check-In Aktionen in den Anfangstagen gelohnt 😉

Wo siehst du die Stärke von Foursquare im Vergleich zu anderen Diensten?
Foursquare ist total attraktiv, das hattest du ja letztens auch noch gesagt Achim, da die Karten und Ortsinfos alle extrem gut gepflegt sind. Man kennt das ja durchaus von Bewertungsplattformen, wo öfters mal ein Geschäft geschlossen ist und man eventuell umsonst hinfährt. Das ist bei Foursquare anders, die Qualität der Daten ist sehr hochwertig und da sehe ich die Zukunft von Foursquare.

Wie bewertest du die Entwicklung von Foursquare in den letzten beiden Jahren?
Sehr gut, denn vieles hat sich geöffnet und man kann z.b. jeden Beitrag liken und viel mehr interagieren. Dennoch müßte Foursquare sich mit den Checkins noch mehr öffnen. Meine Wunschliste ist was länger 😉 zum Beispiel bekomme ich den Link zu einem Check-in nur über Umwege. Und warum bekomme ich nur die letzten paar Check-ins und Mayor-Titel eines Nutzers sehen? Da sollte dem Nutzer mehr Möglichkeiten für die Freigabe der eigenen Daten eingeräumt werden. Auch 1.000 Freunde pro Person sind für mich schon ein Problem, deswegen hab ich auch mehrere Accounts. Da ist noch einiges zu tun find ich.

Wo kann bei Foursquare das Geld herkommen? Irgendwann müssen sie ja Einnahmen haben, ansonsten ist es kein Geschäftsmodell.
Na gut, das ist ja in letzter Zeit schon passiert. Wenn ich heute meine Firmenseite aufrufe, dann werden mir ja die Anzeigen, wie ihr schon berichtet habt, angeboten. Eventuell werden manche Arten von Specials auch mal kostenpflichtig. Vielleicht wird auch eine Art Provisionsmodell eingeführt, gekoppelt am Umsatz eines Specials beispielsweise. Schließlich kann man ja schon heute sein Profil mit seinen Kreditkarten verknüpfen. Und dann kann direkt abgebucht werden.

Was fehlt dir bei Foursquare? Oder was sollte verbessert werden?
Wie gesagt, dem Nutzer sollten mehr Möglichkeiten für die Datenfreigabe gegeben werden. Und bessere Visualisierungen für Locationbetreiber. Und mehr Möglichkeiten zu agieren wenn jemand ein eincheckt – also das ich als Betreiber eine automatische Benachrichtigung bekomme wenn jemand eincheckt. Und generell die Navigation, man sucht immer noch zu viel um etwas zu machen. Was mich stört ist das anfängliche motivieren von Entwickler mit dem Foursquare API was innovatives zu bauen. Später wurden sie wie es bei Twitter üblich war durch Beschränkungen wieder abgestoßen. Sehr viele gute Foursquare-Aps die ich früher gerne genutzt habe funktionieren leider nicht mehr.

Markus, ich danke dir für deine Zeit und hoffe dich spätestens beim 4sqcamp Anfang 2014 wieder persönlich zu treffen.

Achim Hepp
Achim gründete zur Jahrtausendwende seine ersten Unternehmen im Bereich Onlinemarketing. 2010 eröffnete er in Dortmund die malihina medien, eine Agentur für digitale Kommunikation. Seit 2015 ist er Chief Digital Officer beim Kölner Startup Erste Digital.

Als Digitalexperte publiziert und spricht Achim weltweit auf Konferenzen und in Medien zu verschiedenen Fachthemen (unter anderem Wearables und Smarthome).

4 Antworten to “Interview mit Location-Experte Markus Jakobs zum Thema Foursquare”


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