18. Januar 2013 | geschrieben von Achim Hepp | 1 Kommentar

Die Zukunft des Check-ins: QR-Codes, RFID, NFC

QR-Code allesfoursquareZur Zeit checken wir immer noch so ein, wie wir es schon seit Jahren machen. Wir holen das Smartphone raus, starten eine App, lassen uns lokalisieren und bestätigen dann manuell den Check-in. Egal ob man die Foursquare-App oder einer der vielen anderen Apps für den Check-in verwendet, es ist immer ein manueller Check-in mit mehreren Schritten. Bestimmt wird dieses auch noch ein wenig so bleiben, aber mittelfristig wird meiner Meinung nach der reine (also ohne jegliche Zusatzfunktionen ausgestattete) Check-in mehr oder weniger kontaktlos.

Grund sich einmal mit den Technologien auseinanderzusetzen und zu gucken was es da so gibt. Fangen wir also an mit den QR-Codes und gucken uns dann noch RFID/NFC an.

Einchecken mit QR-Codes

QR-Codes sind mittlerweile allgegenwärtig. Fast auf jedem Werbeplakat finden sich (leider oft schlecht erreichbar platziert) die bekannten Quadrate, die mit einer entsprechenden App auf dem Smartphone gescannt werden sollen. Genau da ist für mich derzeit noch das Hauptproblem, man braucht halt im Regelfall eine zusätzliche App. Wenn die Lesetechnik direkt im Smartphone integriert wäre (und einige Android-Geräte haben dieses bereits) und man diese praktische sofort nutzen könnte, dann wäre die Nutzung bestimmt populärer. Bei der Popularität gehen die Meinungen auseinander. Meine Meinung dazu ist auf eine einfache Frage runterzubrechen. Wie oft habe ich (und du) jemanden in „freier Wildbahn“ einen QR-Code scannen gesehen? Eher selten bis gar nicht. Oder?

Oft ist hinter dem QR-Code auch nur eine URL versteckt, die man auch einfach schnell im Browser eintippen (oder auch einsprechen) kann. Interessant und nützlich wird diese Technik aber für mich erst, wenn sich etwas komplexeres hinter einem QR-Code versteckt und mir gegebenenfalls ein paar manuelle Schritte erspart bleiben. Beispielsweise der komplette Check-in-Vorgang bei Foursquare.

foursQR-CodeGenau dieses haben sich Ende 2011 die deutsche Social Media Agentur frischr und der App-Entwickler Ben Horsfield wohl auch gedacht. Sie entwickelten für iOS einen QR-Leser für Foursquare namens foursQR.

Die App startet direkt mit einem Scanner-Bildschirm, den man nur noch auf einen entsprechenden QR-Code halten muss und ohne Umwege wird der Ort angezeigt und mit einem einzigen Fingertipp kann man den Check-in-Prozess abschließen. Danach kommt dann die Rückmeldung, ob der Check-in erfolgreich war, wie viele Punkte es dafür gab und auch wer der aktuelle Mayor vor Ort ist.

Wichtiger Bestandteil ist dabei natürlich ein entsprechenden QR-Code für den Foursquare-Ort (z.B. ein Café oder Büro). Diesen QR-Code kann man sich praktischerweise auch direkt auf der foursQR-Webseite selber generieren und dann beispielsweise als Aufkleber am entsprechenden Ort anbringen. Das tolle an an diesen QR-Codes ist, das selbst andere QR-Leser-Apps diese verstehen und dann eine Seite bei foursQR aufrufen, auf der man mit einer Schaltfläche direkt mit der normalen Foursquare-App an diesem Ort einchecken kann.

Einchecken mit RFID- und NFC-Technologie

Der richtige kontaktlose Check-in wird durch Technologien wir RFID (Radio Frequency Identification; Wikipedia: RFID) und NFC (Near Field Communication; Wikipedia: Near Field Communication) möglich. Diese werden bereits im täglichen Leben eingesetzt und werde sich über kurz oder lang auch in unseren Smartphones wiederfinden. NFC ist bereits in einigen Android-Geräten eingebaut und auch bei Apple rechnet man praktisch bei jeder neuen Gerätevorstellung mit dieser Technologie als neues Feature.

RFID wird beispielsweise bereits seit 1997 in Hong Kong als wiederaufladbare Chipkarte in deren U-Bahn-Systemen eingesetzt. In Hong Kong hat die dort Octopus genannte Karte sogar als kontaktloses Bezahlsystem für Kleinbeträge im täglichen Leben etabliert. Seit 2003 ist ein ähnliches System in London im Einsatz. Dort heisst die Karte dann Oyster. Für die Transaktion hält man einfach die Karte über ein Lesegerät und ohne jegliche weitere Interaktion wird dann eine Buchung vorgenommen.

Im folgenden Video hat ein Engländer sein Lesegerät so programmiert, damit er mit seiner Oyster-Karte in Foursquare einchecken konnte. Das Video ist bereits 3 Jahre alt und leider wurde das Projekt von ihm nicht weiter verfolgt. Interessant ist es auf jedem Fall.

     

NFC ist praktische eine Weiterentwicklung bzw. Erweiterung von RFID, die speziell für sicherheitsrelevanten Kommunikation entwickelt wurde. In Deutschland wird diese Technologie beispielsweise von Sparkassen und auch der Deutschen Bahn (die ja seit kurzem mit Foursquare kooperiert, wir haben unter Mayor des Hauptbahnhofs darüber berichtet) eingesetzt. Während die Karte bei RFID passiv und das Lesegerät aktiv ist, zeichnet sich NFC durch zwei aktive Geräte aus. Beispielsweise ein Lesegerät und ein Smartphone, welche sich dann per digitalem Handschlag koppeln um eine Transaktion auszulösen.

Achim Hepp
Achim gründete zur Jahrtausendwende seine ersten Unternehmen im Bereich Onlinemarketing. 2010 eröffnete er in Dortmund die malihina medien, eine Agentur für digitale Kommunikation. Seit 2015 ist er Chief Digital Officer beim Kölner Startup Erste Digital.

Als Digitalexperte publiziert und spricht Achim weltweit auf Konferenzen und in Medien zu verschiedenen Fachthemen (unter anderem Wearables und Smarthome).

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